Richmodis dm, Stefan Eins, Gunilda Woerner und Jo

INTERACTION…ein Networkprojekt

von Richmodis dm, Stefan Eins, Gunilda Woerner und Jo

Eröffnung: 6. Mai um 19 Uhr

Zwei Malerinnen, Richmodis dm und Jo, die experimentelle Musikerin Gunilda Woerner sowie der Konzeptkünstler Stefan Eins, starten in Viernheim ein neuartiges Ausstellungsprojekt, das auf Grund des außergewöhnlichen Hintergrunds anschließend noch bei „Fashion Moda“ New York und im „Bakehouse Art Complex“ in Miami gezeigt wird.

Obwohl alle beteiligten Künstler/innen auf eine jeweils eigene Kunstkarriere blicken können, haben sie ihre künstlerische Individualität zurückgestellt und erproben sich in einer ungewöhnlichen Form der Zusammenarbeit. Jeder nimmt in seiner Arbeit auf den jeweils anderen Bezug, bis hin zum teilweise massiven Eingriff in bereits fertige Kunstwerke des anderen. Einmal auf ein Grundthema geeinigt, in diesem Fall „Archetypen“, entsteht ein wildes Hin und Her von Reaktionen, Einflussnahmen und Aneignungen. So hat z.B. Stefan Eins die großformatigen Arbeiten von Richmodis dm teilweise übermalt, die diese wieder fotografiert, vergrößert und weiter bearbeitet hat . Schließlich wurden diese neuen Arbeiten wieder Grundlage für Gunilda Woerners Komposition und diese wiederum für Jo´s Malerei, auf die Richmodis dm erneut reagierte, usw.

Die Grundidee von INTERACTION liegt zum einen auf neuen unmittelbareren Kooperationsformen zwischen Künstler/innen untereinander und zum anderen auf der Untersuchung von neuen Möglichkeiten eines interdisziplinären Transfers. Gleichwohl wird damit auch der Stellenwert der individuellen Kunstproduktion und der Glauben an eine ständige Neuerfindung in Frage gestellt. Individualismus, Originalität und Autonomie, die Kriterien der klassischen bürgerlichen Kunstproduktion, werden von den beteiligten Künstler/innen durch Kollaboration und künstlerische Interaktion ersetzt.

Die Ergebnisse dieser so entstandenen Arbeiten werden nun, in Form von zahlreichen Originalen, Sounds und Videos, in den Räumlichkeiten des Kunsthauses Viernheim und im Gewölbekeller des Kunstvereins präsentiert.

Peepshow 2011

Peepshow
„Viernheim meets Burkina Faso im Kunsthaus“

werktags zwischen 17.00 und 19.00 Uhr

Im Januar 2010 fuhr eine 25-köpfige Gruppe junger Erwachsener, bestehend aus der Pfadfinderschaft St. Georg, dem Technischen Hilfswerk, der KJG sowie Mitgliedern des Vereins Focus nach Burkina Faso. Ihre wunderschönen Erlebnisse und Begegnungen mit dem Land und den Menschen können ab Montag, den 10.01.11 werktags zwischen 17.00 und 19.00 Uhr durch die Scheibe des Kunsthauses angesehen werden.
Fotos zeigen, wie Viernheimer gemeinsam mit Afrikanern eine Schule streichen oder eine Straße befestigen. Aber auch der Alltag und die Tierwelt im Nationalpark Nazinga können bewundert werden.
Daniel Weidner, ein Teilnehmer der Fahrt, hat mit sehr viel Mühe die Fotos zusammengestellt und sie verdeutlichen vor allem, wie wichtig der Austausch zweier Kulturen ist und wie tiefe Freundschaften und ewige Erinnerungen daraus entstehen.
Herzliche Einladung an alle Interessierte zu dieser beeindruckenden Peepshow!

Thomas Rentmeister

Thomas Rentmeister

„WEISSENSEELEN“

Eröffnung: Freitag, den 19. November um 19 Uhr
Begrüßung:
Fritz Stier (Kunstverein Viernheim)
Einführung:
Dr. Reinhard Spieler
(Direktor Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen/Rh.)

weitere Infos beim Kunstverein Viernheim

 

Thomas Rentmeister, 1964 in Reken/Westfalen geboren, zählt zu den namhaftesten deutschen Bildhauern der jüngeren Generation. Das Werk des Künstlers belegt eine eigenständige Position in der zeitgenössischen Kunst, die Thomas Rentmeister auch international bekannt gemacht hat.

Im Zentrum seiner Arbeiten steht die Skulptur, die dem Künstler von Beginn an als komplexe Versuchsanordnung dient, um das Verhältnis von Form und Material, Volumen und architektonischem Raum auszuloten. Dabei hat er sein Repertoire der Formen und Materialien kontinuierlich erweitert. Während in den 1980er Jahren vor allem Skulpturen entstanden, die aus alltäglichen, vorgefundenen Gegenständen zusammengefügt wurden, konzentrierte sich der Künstler in den 1990er Jahren auf Polyesterskulpturen, deren blasenähnliche Formen präzise modelliert, abgeformt und spiegelglatt poliert werden.

Parallel entstehen seit 1999 die Werkgruppen der Nusscreme- und Kühlschrankarbeiten. Dafür greift Rentmeister erneut auf Alltagsgegenstände oder Lebensmittel als Rohstoffe seiner Kunst zurück, doch setzt er jetzt die materiellen Substanzen zur Modellierung neuer Formen und Oberflächen ein. Das Material selbst fügt nun der ästhetischen Erscheinung dieser Objekte und Skulpturen subtile ironische Brechungen zu, die mit hintergründigem Humor die Kunst und das reale Leben zusammen führen..

In der Ausstellung „Weissenseelen“ im Kunstverein Viernheim zeigt Thomas Rentmeister Arbeiten, die er im Zeitraum 2005-2006, während eines Lehrauftrags an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, entwickelt hat. Im Vorgriff auf eine große Einzelausstellung im nächsten Sommer in der Bundeskunsthalle Bonn, und mit deren freundlichem Einverständnis, zeigt Rentmeister u.a. auch neue Skulpturen, die er bis dato noch nie öffentlich präsentiert hat.

Thomas Rentmeister (* 1964 in Reken) Von 1987 bis 1993 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei Günther Uecker und Alfonso Hüppi. 1988 bis 1989 erhielt er das Philip Morris-Stipendium in Berlin, 1996 das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn und 1999 das Werkstattstipendium der Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil. Im selben Jahr übernahm er einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Kassel. 2002 wurde ihm der Piepenbrock Nachwuchspreis für Bildhauerei verliehen. 2002 bis 2004 übernahm er eine Gastprofessur an der Universität der Künste Berlin, 2005 bis 2006 einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 2007 erhielt er eine Gastprofessur an der HBK Braunschweig. Thomas Rentmeister lebt in Berlin.