{"id":545,"date":"2006-10-14T16:28:01","date_gmt":"2006-10-14T16:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/kunststueckchen.de\/wp\/?page_id=545"},"modified":"2024-08-06T08:18:14","modified_gmt":"2024-08-06T08:18:14","slug":"7-kuenstler-aus-verschiedenen-laendern-afrikas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.kunsthaus-viernheim.de\/?p=545","title":{"rendered":"7 K\u00fcnstler aus verschiedenen L\u00e4ndern Afrikas"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/neu.kunsthaus-viernheim.de\/files\/afrika_rueckblick.jpg\" ismap=\"ismap\" \/><\/p>\n<p>Die Ausstellung zeigt 7 K\u00fcnstler aus verschiedenen L\u00e4ndern Afrikas die mit unterschiedlichen Ausdrucksmitteln arbeiten und einen repr\u00e4sentativen \u00dcberblick \u00fcber aktuelle Str\u00f6mungen bieten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/neu.kunsthaus-viernheim.de\/index.php?article_id=42\">Fotos der Veranstaltung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.galerie-herrmann.com\/arts\/art2\/2006_Viernheim\/index.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Galerie Peter Herrmann<\/a><\/p>\n<p>Bei allen handelt es sich um international renommierte K\u00fcnstler mit einem Schwerpunkt von in Deutschland lebenden Afrikast\u00e4mmigen. Da w\u00e4re El Hadji Mansour Ciss aus Senegal, den es vor vielen Jahren nach Berlin gezogen hat oder die in Deutschland geb\u00fcrtige Susan Hefuna, die lange als Professorin an der Hochschule f\u00fcr Gestaltung in Pforzheim lehrte und heute in Kairo lebt, aus der ein Teil ihrer Familie stammt.<\/p>\n<p><strong>Kwesi Owusu-Ankomah<\/strong> aus Ghana, der in seiner Malerei mit Adinkrasymbolen ein Spiel zwischen zwei- und dreidimensionaler Wahrnehmung bietet, lebt schon \u00fcber 20 Jahre bei Bremen. Nicole Guiraud aus Algerien, deren Welt im Einmachglas Themen wie Exil und Einsamkeit mit stark autobiografischen Z\u00fcgen beinhaltet, wohnt und arbeitet nach langen Jahren Aufenthalt in Frankfurt heute in Montpellier. Manuela Sambo, deren K\u00fcnstlerbiografie in Leipzig zu DDR-Zeiten begann, kann deshalb auf einen ganz besonderen Erfahrungshintergrund zur\u00fcckblicken. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Berlin.<\/p>\n<p><strong>Mok\u00e9<\/strong> aus der Republik Kongo ist einer der wenigen, den es trotz seines Erfolgs nie in die Kunstzentren der westlichen Welt verschlagen hat und bis zu seinem Tod 2003 immer in Kinshasa lebte. Mit seinem aus der Schildermalerei heraus entwickelten Malstil gilt\u00a0 er als einer der bekannten K\u00fcnstler Afrikas. Diesen Status teilt er mit Aboudramane aus der Elfenbeink\u00fcste der bekannt wurde mit architektonischen Maquettes und stelenartigen Totems. Wie viele aus Afrika kommende K\u00fcnstler lebt er in Paris.<\/p>\n<p><strong>Manuela Sambo<\/strong> aus Angola begann 1985 ein Studium der Germanistik und Literaturwissenschaft in Leipzig und entdeckte parallel als Autodidaktin die Malerei. Heute hat sie sich eine Position erarbeitet, die haupts\u00e4chlich auf L\u00e4nderverbindenden Ausstellungen zum Tragen kommt.<\/p>\n<p>Ihr Umsetzung afrikanischer Themen dr\u00fcckte sich in einer sehr formalen Stilrichtung aus, die dem Neo-Expressionismus nahe ist. In der Ausstellung zeigen wir eine Reihe satt in \u00d6l gemalter, figurativ abstrahierter Frauen mit einer sehr mysteri\u00f6sen und selbstsicheren Ausstrahlung. Die K\u00fcnstlerin lebt und arbeitet in Berlin.<\/p>\n<p><strong>Aboudramane<\/strong><\/p>\n<p>Der gelernte Tischler fand wie viele Afrikaner den Weg zur Kunst als<br \/>\nAutodidakt. Nach einer Berufsausbildung in Abidjan, Elfenbeink\u00fcste<br \/>\nverpflichtete sich Aboudramane als Fu\u00dfballspieler nach Italien um ein<br \/>\nJahr sp\u00e4ter wieder als Tischler in Paris zu arbeiten. Dort bekommt er<br \/>\nKontakt mit K\u00fcnstlern und beginnt selbst, aufbauend auf seine<br \/>\nhandwerklichen Kenntnisse, seine Ideen zu artikulieren.<\/p>\n<p>Seine sculptures m\u00e9moires orientieren sich stark an Menschen und der<br \/>\nArchitektur Afrikas. Kirchen, Moscheen, H\u00fctten, Kolonialh\u00e4user,<br \/>\nFeldarbeit oder auch ironische Anspielungen auf einzelne Personen ruhen<br \/>\nisoliert und einsam auf rechteckigen Sockeln. Auch bedingt durch die<br \/>\nAuswahl seiner Materialien strahlen seine Objekte eine nat\u00fcrliche Ruhe<br \/>\naus. Holz, S\u00e4gemehl, Lehm, Fundgegenst\u00e4nde aus der Natur und meist<br \/>\npastellartiger Farbauftrag sind seine Arbeitsmittel. Auch wenn auf dem<br \/>\nKirchendach ein f\u00fcr das Modell \u00fcberdimensionales Rinderhorn sitzt, meint<br \/>\nman im ersten Moment, das hat so seine Richtigkeit. Nach dem ersten<br \/>\nWundern versucht man dann noch denn Titel in Bezug zu bekommen. Le<br \/>\nGris-Gris.\u00a0 Talisman, Kraftobjekt, Zaubermittel, \u00fcberfl\u00fcssiger<br \/>\nAberglaube, je nach \u00dcbersetzung und Interpretation. Hier verl\u00e4sst er den<br \/>\nBereich des nur Darstellenden. Er f\u00fchrt den Betrachter, der suchend das<br \/>\nInnen und Au\u00dfen von hinten und vorn ergr\u00fcndet, in eine afrikanische<br \/>\nGegenwart die man gerne als Vergangenheit tr\u00e4umt. Mit sparsam<br \/>\napplizierten Accesoirs deutet er umgebende Umst\u00e4nde, Lebenshaltungen und<br \/>\nSituationen an. Erg\u00e4nzend dazu die Gestaltung des Sockels, der Basis.<br \/>\nFigural abstrahierte Erz\u00e4hlung, Ornamentik oder als grelle Bord\u00fcre,<br \/>\nerg\u00e4nzend oder kontrapunktierend farblich gestaltet, gibt sie der<br \/>\nSkulptur eine r\u00e4umliche Sicherheit wie der Rahmen einem Bild.<\/p>\n<p>Im Kontext der Pr\u00e4sentationen von K\u00fcnstlern aus Afrika liefert Aboudramane mit seinen Arbeiten einen Beitrag zum so genannten Dreifachen Erbe Afrikas. Er verwendet Hinweise auf den Animismus, den Islam und das Christentum. Grund seiner Herkunft und Erziehung beeinflu\u00dft von allen dreien, l\u00e4\u00dft er sie symbiotisch sowohl in seinen architektonischen Maquettes als auch in seinen stelenartigen Totems erscheinen.<\/p>\n<p>Seit etwa 10 Jahren wird Aboudramane mit gro\u00dfem Erfolg international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.<\/p>\n<p><strong>Nicole Guiraud<\/strong><\/p>\n<p>Die Welt im Einmachglas<\/p>\n<p>Seit ihrer Einwanderung 1973 hierher nach Deutschland besch\u00e4ftigt sich die aus Algerien stammende K\u00fcnstlerin mit den Themen Exil und Heimatlosigkeit; aber auch mit der \u00dcberwindung der kulturellen Grenzen und dem kreativen Potential das in diesem Austausch liegt.<\/p>\n<p>Mit Zeichnungen, Fotocollagen, Objekten und Installationen stellt sie das Leben einer im Exil lebenden Frau dar. Sie benutzt K\u00e4sten aus Holz oder Glas, vor allem Einmachgl\u00e4ser, die sie mit kleinen Tonfiguren oder Collagen aus verschiedenen Objets Trouv\u00e9s sowie mit Zeichnungen, Texten und Fotos f\u00fcllt, verschlie\u00dft und auf Regalen und in Vitrinen ausstellt: Spurensicherungen in der Fremde.<\/p>\n<p>Durch das systematische Sammeln und Archivieren von Erinnerungsst\u00fccken, kleinen Tonfiguren, Collagen und Assemblagen von Schrift, Bild und objets trouv\u00e9s in verschlossenen Glasbeh\u00e4ltern, auf Regalen und Vitrinen, entsteht eine Art plastisches Tagebuch, das sie best\u00e4ndig weiter f\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Kwesi Owusu-Ankomah<\/strong><\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler wurde 1956 kurz vor der Unabh\u00e4ngigkeit im westafrikanischen Ghana als Angeh\u00f6riger des Akan-Volkes geboren. In der Hauptstadt Accra studierte er an dem College of Art Ghanatta, und dort begann er seine k\u00fcnstlerische Laufbahn. Seit 1986 lebt und arbeitet der K\u00fcnstler in Deutschland in der Gegend von Bremen. Seine Arbeiten sind seitdem in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in der ganzen Welt zu sehen. Besonders hervorzuheben seine Teilnahmen an verschiedenen Biennalen wie Dakar, Havanna und 1999 auch Johannesburg.<\/p>\n<p>Owusu Ankomah ist ein Mensch zweier Welten, und das nicht nur aufgrund seiner Biographie. Die Jahre, die er in Deutschland verbrachte, waren f\u00fcr ihn grundlegend: sie sind gekennzeichnet von einer fortw\u00e4hrenden k\u00fcnstlerischen Auseinandersetzung sowohl mit der eigenen afrikanischen Tradition als auch mit den westlichen Techniken und Stilen. Der Reichtum seiner eigenen Kultur ist ihm erstmal in der Fremde so richtig bewu\u00dft geworden. Diese Auseinandersetzung pr\u00e4gte die Entwicklung zu einer eigenst\u00e4ndigen malerischen Position.<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler selbst begreift seine Bilder als Einladung zu einer Reise in die Vergangenheit. In ihnen mischen sich verschiedene Zeitebenen: die Felsenmalerei der Steinzeit, die Renaissance mit Einfl\u00fcssen von Michelangelo, die vorkoloniale afrikanische Kunst, die Graffiti der Neuzeit. In der Tat verk\u00f6rpert diese Arbeit ein eigenwilliges Treffen der afrikanischen Welt mit dem westlichen Kunstschaffen der Vergangenheit und der Moderne. Der K\u00fcnstler hat diese verschiedenartigen Traditionen erforscht, sie sich angeeignet, sie umgewandelt und miteinander vereinigt, um daraus einen kraftvoll-expressiven Stil zu formen.<\/p>\n<p><strong>Susan Hefuna<\/strong><\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin \u00e4gyptisch-deutscher Herkunft arbeitet mit den Medien Zeichnung, Fotografie, Installation und Video. In diesen Techniken vernetzt sie Bedeutungsebenen und reflektiert vielschichtige Codes die sie konkret und abstrakt interpretiert. Zentrales Thema ist dabei das Mashrabiya, ein aus Holz gedrexeltes Fenster in der moslemischen Architektur, das die Zirkulation von Luft und das Filtern des Lichts im Geb\u00e4ude reguliert. Frauen erlaubt die Struktur, die Aussenwelt zu sehen ohne gesehen zu werden. Eine Metapher f\u00fcr Trennen und Verbinden.<\/p>\n<p><strong>El Hadji Mansour Ciss<\/strong><br \/>\nDeberlinisation<\/p>\n<p>Der in Berlin lebende K\u00fcnstler aus dem Senegal zeigt seine Arbeit Deberlinisation. die Bezug nimmt auf die ber\u00fchmte Kongokonferenz.<br \/>\nEr bezieht sich mit seiner Skulpturengruppe auf eine notwendige Abgeordnetenversammlung wegen der noch heute sp\u00fcrbaren Auswirkungen der k\u00fcnstlichen Grenzziehungen von 1884-85. Er sieht eine aktuelle Notwendigkeit, bestehende Entwicklungsblockaden zu erkennen und unter neuen Pr\u00e4missen einen kontinentalen Diskurs einzuleiten.<\/p>\n<p><strong>Mok\u00e9<\/strong><\/p>\n<p>Einer der Stra\u00dfenk\u00fcnstler aus Kinshasa der internationales Aufsehen erregte, ist Mok\u00e9. Geboren 1950 in der Bandundu Provinz im West-Kongo lebte er bis zu seinem Tod im Jahre 2003 in der Hauptstadt Kinshasa. Er begann seine Karierre sehr jung als Schuhputzer und Schildermaler. Bekannt wurde er im damaligen Zaire mit einem Portrait von General Mobutu. Der Erl\u00f6s erlaubte es ihm sich nun vollst\u00e4ndig auf die Malerei zu konzentrieren. Seine erste Ausstellung hatte er schon im Jahre 1968, doch der eigentliche Durchbruch fand 1978 mit der Ausstellung \u201eArt partout\u201c statt.<\/p>\n<p>Moke kann als ein malender Reporter mit einem Auge f\u00fcr sehr singul\u00e4re Szenen bezeichnet werden. Seine narrative Malerei die in einfach figurativen Stil gehalten ist, zeigt \u00f6ffentliche Veranstaltungen, politische Vorkommnisse oder besondere Situationen einflu\u00dfreicher Pers\u00f6nlichkeiten. Das Hauptthema ist urbanes afrikanisches Leben, voll mit Energie, Emotionen und Farbe. Doch auch wichtige Themen wie Korruption, Streit und Krieg werden von dem K\u00fcnstler immer wieder dargestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ausstellung zeigt 7 K\u00fcnstler aus verschiedenen L\u00e4ndern Afrikas die mit unterschiedlichen Ausdrucksmitteln arbeiten und einen repr\u00e4sentativen \u00dcberblick \u00fcber aktuelle Str\u00f6mungen bieten. 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