{"id":498,"date":"2010-04-16T16:04:48","date_gmt":"2010-04-16T16:04:48","guid":{"rendered":"http:\/\/kunststueckchen.de\/wp\/?page_id=498"},"modified":"2024-08-05T11:07:22","modified_gmt":"2024-08-05T11:07:22","slug":"margret-eicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.kunsthaus-viernheim.de\/?p=498","title":{"rendered":"Margret Eicher"},"content":{"rendered":"<p><strong>Margret Eicher<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h2><strong>Tapisserien<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p><strong><span style=\"font-size: medium;\"><strong><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/neu.kunsthaus-viernheim.de\/\/files\/eicher.jpg\" ismap=\"ismap\" \/><br \/>\n<\/strong><\/span><\/strong><\/p>\n<p><a title=\"Margret Eicher Er\u00f6ffnung\" href=\"https:\/\/neu.kunsthaus-viernheim.de\/?page_id=643\"><strong>Fotos von der Er\u00f6ffnung<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Er\u00f6ffnung: Freitag 16.04.2010 um 19 Uhr Ausstellungsdauer: 17.04. &#8211; 30.05.2010<\/p>\n<p>Margret Eicher war die erste K\u00fcnstlerin, die im neugegr\u00fcndeten Kunstverein Viernheim ausstellte. Vor ziemlich genau 10 Jahren zeigte sie im Gew\u00f6lbekeller ihre Installation \u201eBoygroup\u201c. Eine Dekade sp\u00e4ter zeigt sie nun u.a. ihre gro\u00dfformatigen Tapisserien, mit denen sie zwischenzeitlich auch international erfolgreich ist.<\/p>\n<p>Die Gobelins in ihrer barocken Bild- und Materialpr\u00e4senz beziehen ihre zentralen Motive von aktuellen Medienbildern, Pressefotos und anderen Ikonen unserer Informationsgesellschaft, die in Akten konzeptuell begr\u00fcndeter Piraterie aus \u00f6ffentlichen Bildresourcen unterschiedlichsten Ursprungs angeeignet wurden. Der K\u00fcnstler ist hier nicht Sch\u00f6pfer, sondern produzierender Rezipient; mittels selektiven Konsums wird eine kulturelle oder politische Aussage getroffen. Die Aneignung als k\u00fcnstlerisch-konzeptueller Akt hat ihren Ursprung in der Collage und Montage. Hier bereits bezieht sie eine kritische und politische Position (Benjamin).<\/p>\n<p>Die Produktion der Tapisserien erfolgt mittels eines digital gest\u00fctzten Webverfahrens &#8211; es handelt sich nicht um \u201eechte&#8220; Gobelins, sondern um Zitate dieses historischen wertkonnotierten Mediums; industrielle &#8222;F\u00e4lschungen&#8220;, hergestellt in Belgien, dem Ursprungsland der klassischen Tapisserie und heutiger Souvenir-Repliken.<\/p>\n<p>Monumentale Wandteppiche, von der Intensit\u00e4t des sinnlichen Ausdrucks heutigen Gro\u00dfbildschirmen vergleichbar, geh\u00f6ren zu den eindrucksvollsten Bildmedien der h\u00f6fischen Gesellschaft des 16. und 17. Jahrhunderts. Als Tr\u00e4ger mythologischer, gesellschaftlicher und politischer Darstellungen erschienen sie \u00fcberall dort, wo Position und Macht, Tradition und Glaube demonstriert wurden. Der aristrokratische Gobelin war unter diesem Gesichtspunkt ein Vorl\u00e4ufer des heutigen meinungspr\u00e4genden Medienbildes.<\/p>\n<p>In der konfrontierenden Zusammenf\u00fchrung des historischen Repr\u00e4sentanzmediums und heutiger Kommunikationsmedien wird die Macht des Bildes untersucht, die Tragweite verschl\u00fcsselter, aber komplexer Wertaussagen und Weltbilder befragt. Die Neuinszenierung der barocken Tapisserie in einer medienk\u00fcnstlerischen Position gewinnt vor dem Ph\u00e4nomen einer global kommunizierenden \u201eFeudalgesellschaft&#8220; mit \u201eMajest\u00e4ten&#8220; aus Politik und Wirtschaft, Showbusiness und Sport eine hintergr\u00fcndige kritische Ironie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Margret Eicher Tapisserien Fotos von der Er\u00f6ffnung Er\u00f6ffnung: Freitag 16.04.2010 um 19 Uhr Ausstellungsdauer: 17.04. &#8211; 30.05.2010 Margret Eicher war die erste K\u00fcnstlerin, die im neugegr\u00fcndeten Kunstverein Viernheim ausstellte. 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