{"id":456,"date":"2012-06-25T15:21:01","date_gmt":"2012-06-25T15:21:01","guid":{"rendered":"http:\/\/kunststueckchen.de\/wp\/?page_id=456"},"modified":"2024-08-05T11:21:12","modified_gmt":"2024-08-05T11:21:12","slug":"gesichtsverlust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.kunsthaus-viernheim.de\/?p=456","title":{"rendered":"GESICHTSVERLUST"},"content":{"rendered":"<h1>GESICHTSVERLUST<br \/>\nBE(COM)ING (IN)VISIBLE<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>\u00a0mit Lars Bjerre | Mona Breede | Marc Dittrich | Florian Heinke | Johanna Jakowlev | Werner W. Lorke | Joas Sebastian Nebe | Simon Schubert | Vanja Vukovic<\/p>\n<p>kuratiert von Simone Kraft<\/h2>\n<p><span style=\"color: black; font-family: Arial; font-size: x-large;\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/neu.kunsthaus-viernheim.de\/files\/gesichtsverlust.jpg\" ismap=\"ismap\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Er\u00f6ffnung am 1. Juni 19 Uhr<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Im Zeitalter der Globalisierung schwindet die Individualit\u00e4t von St\u00e4dten, dem zentralen Lebensraum der westlichen Gesellschaften, zunehmend. Die modernen Metropolen gleichen sich einander immer mehr an &#8211; und verlieren ihr \u201eGesicht&#8220;: Von den USA \u00fcber Europa bis nach Afrika und Asien findet man Wolkenkratzerwelten, Stra\u00dfennetze, Satellitenst\u00e4dte, die den immer gleichen Mustern folgen. Innenst\u00e4dte werden anonym und austauschbar, hinter stylischen Glasfassaden bev\u00f6lkern dieselben Ladenketten die Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen &#8211; oder sie werden gleich ganz ausgelagert: Ganze urbane Zentren verwaisen, weil sie, um vermeintliche Kommerz-Bed\u00fcrfnisse zu stillen, auf die \u201egr\u00fcne Wiese&#8220; verlagert wurden. Die Bautendenzen der letzten Jahrzehnte haben zu einem Stadtbild gef\u00fchrt, das kontinuierlich wiederholt wird und die St\u00e4dte dabei \u201eunsichtbar&#8220; werden l\u00e4sst &#8211; ein Ph\u00e4nomen, wie es auch in Viernheim zu beobachten ist: In den vergangenen Jahrzehnten hat der Wunsch nach Modernit\u00e4t hier globale Leitbilder umgesetzt, das historisch gewachsene Stadtbild verschwand ohne Not und wurde durch \u201einternationale&#8220; modernistische Neubauten ersetzt.Damit ging jedoch ein St\u00fcck Individualit\u00e4t verloren. Es fehlen charakteristische Identit\u00e4tspunkte, die der Stadt ein Gesicht geben.<\/p>\n<p>Umso wichtiger ist es, die Aufmerksamkeit f\u00fcr die Bedeutung von Architektur zu sch\u00e4rfen und den Blick f\u00fcr das urbane \u201eGesicht&#8220; &#8211; und seinen Verlust &#8211; zu sensibilisieren.<\/p>\n<p>Die internationale Gruppenausstellung Gesichtsverlust | Be(com)ing (in)visible fokussiert die Problematik des Identit\u00e4tsverlustes aus k\u00fcnstlerischer Sicht. Die k\u00fcnstlerischen Positionen entwickeln Sichtweisen, die die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln reflektieren und ein vielschichtiges Spannungsfeld von Mensch und architektonischer Umgebung er\u00f6ffnen. In ihrer Kombination kommen gewohnte Anblicke in ungewohnter Weise zum Ausdruck, \u00fcberraschende Einsichten tun sich auf, Fragen werden aufgeworfen und insbesondere der Blick f\u00fcr die Bedeutung des \u201eGesichtsverlustes&#8220; in unserer gesellschaftlichen und architektonischen Umwelt gesch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Denn auch der soziale Bereich bleibt von diesem Ph\u00e4nomen nicht unber\u00fchrt. Insbesondere die rasanten Fortschritte in der Computertechnologie kreieren eine Handlungsrealit\u00e4t, die \u00fcber den individuellen Pr\u00e4senzraum der Handelnden weit hinausreicht. Social Networks und Smartphone, Skype, Email und Co. erleichtern den zwischenmenschlichen Austausch, machen aber zugleich den Kontakt von Angesicht zu Angesicht \u00fcberfl\u00fcssig. Die tats\u00e4chliche k\u00f6rperliche Pr\u00e4senz wird immer mehr zur Nebensache, Beziehungen und Kommunikation werden \u201eentk\u00f6rperlicht&#8220; und \u201eentr\u00e4umlicht&#8220; &#8211; gleichsam \u201egesichtslos&#8220;.<br \/>\nZugleich greift ein zunehmend exzessiver werdender K\u00f6rperkult um sich. Dank Kosmetik, Bekleidungsindustrie und Medizin r\u00fcckt ein individuell gestaltbares Sch\u00f6nheitsideal in greifbare N\u00e4he. Der K\u00f6rper wird zum \u201eMaterial&#8220;, das nach eigenen W\u00fcnschen und vorgefundenen Idealen gestaltet werden kann. Individualit\u00e4t wird einerseits angestrebt, andererseits aber &#8211; unbewusst &#8211; ausgel\u00f6scht, wegoperiert, \u00fcberschminkt. Der Trend zur Individualisierung f\u00fchrt auch zu Angleichung und Gleichmachen und damit letztlich wieder zur bef\u00fcrchteten Durchschnittlichkeit &#8211; und zum Verlust des individuellen Gesichts.<\/p>\n<p>Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GESICHTSVERLUST BE(COM)ING (IN)VISIBLE &nbsp; \u00a0mit Lars Bjerre | Mona Breede | Marc Dittrich | Florian Heinke | Johanna Jakowlev | Werner W. 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